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Braucht das Klima wirklich Schutz?

Mülltrenner, Müsliesser und Klimaschützer Gekürzter Auszug aus dem Sachbuch
Mülltrenner, Müsliesser und Klimaschützer
von Volker Quaschning
Carl Hanser Verlag München


Klima­schützer warnen: Die Klima­katastrophe kommt unaus­weichlich, wenn wir unseren Lebensstil nicht radikal ändern. Klimaskeptiker bezweifeln hingegen, dass der Mensch etwas mit den beobachteten Veränderungen zu tun hat - wenn es denn überhaupt eine weltweite Erwärmung gibt. Andere halten die Klimaveränderung für gut. Braucht das Klima denn wirklich Schutz und wenn ja, wie viel und von wem?

Journalisten und Politiker kennen sich besonders gut aus, wenn es um die Klimakatastrophe geht. Der ehemalige US-Präsident George W. Bush wusste zu Beginn seiner Amtszeit ganz genau, dass es keine vom Menschen gemachte Klimaveränderung gibt: "Wieso globale Erwärmung? Unter mir kühlt sich das politische Klima doch weltweit spürbar ab!" Dass es keinen Treibhauseffekt gibt, hatten ihm Vertreter aus der Erdölbranche einleuchtend erklärt - Klimaschutz ist ja auch nicht wirklich gut für das Geschäft. Am Ende seiner Regierungszeit waren wir dann auch tatsächlich in der Nähe einer Eiszeit angelangt. Eine dritte oder vierte Amtszeit hätte die globale Erwärmung sicher endgültig verhindert. Die amerikanische Verfassung hat das aber vereitelt. Nun kam Barack Obama ans Ruder und seitdem geht es weltweit mit den Temperaturen spürbar bergauf. Obama hatte erkannt, dass wir ein Klimaproblem haben - nicht nur ein politisches. Über Klimaschutz entscheiden also Personen, nicht Fakten.

Die Fakten liegen aber eigentlich schon seit langem auf dem Tisch und die Klimazusammenhänge sind relativ simpel. Ausgangspunkt von allem Wohl oder Übel ist die Sonne. Auf der Erde existiert ein über Jahrtausende entstandenes Strahlungsgleichgewicht. Die Erde gibt einen Großteil der von der Sonne eintreffenden Energie wieder in das Weltall ab. Zum Glück! Ansonsten würde sich die Erde unendlich erwärmen und letztendlich als Feuerball verglühen. Verschiedene natürliche Gase wie Kohlendioxid, Wasserdampf oder Ozon erschweren die Abstrahlung ins Weltall. Ähnlich wie das Glasdach eines Treibhauses halten sie einen Teil der Strahlung zurück. Dies ist auch gut so. Sonst wäre es nämlich auf der Erde rund 33 Grad kälter und ziemlich ungemütlich.

Die Menschen pusten nun seit etwa 250 Jahren relativ ungehemmt jede Menge zusätzlicher Treibhausgase in die Atmosphäre. Neben Kohlendioxid sind dies Methan, Lachgas, Ozon, FKW oder FCKW. Fast 30 Milliarden Tonnen an Kohlendioxid entstehen jedes Jahr allein durch die Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas. Damit verstärkt sich der Treibhauseffekt. Als Folge steigt auch die weltweite Temperatur langsam an, bis sich irgendwann einmal ein neues Gleichgewicht einstellt.

KLimaschutzbunker Die Erkenntnis, dass es einen Treibhauseffekt gibt, ist übrigens nicht wirklich neu. Bereits im Jahr 1896 stellte der schwedische Chemienobelpreisträger Svante August Arrhenius die gewagte Theorie auf, Kohlendioxid könnte zu einer Erderwärmung führen. Dabei konnte er der globalen Erwärmung aber überwiegend positive Seiten abgewinnen.

Auch heute finden einige den Treibhauseffekt echt gut. Die Russen haben zum Beispiel schon mal vorsorglich von einem U-Boot aus direkt unter dem Nordpol ihre Landesflagge gehisst. "Der gehört uns, wenn wir ihn endlich aufgetaut haben." Das soll ihre Ansprüche auf die dortigen Bodenschätze verdeutlichen. Die sind vermutlich bald zugänglich, wenn der Nordpol in rund 30 Jahren im Sommer eisfrei sein wird. Auch die deutschen Winzer freuen sich, dass der Wein hierzulande durch die zunehmende Sonne nicht mehr ganz so sauer ist. In Großbritannien gibt es erste Versuche, Oliven anzubauen, und eine britische Studie fand erstaunlicherweise sogar heraus, dass es durch die globale Erwärmung weniger Kältetote geben wird - klingt irgendwie plausibel. Wofür die Wissenschaft nicht alles gut ist. Ein Online-Portal versuchte vor einiger Zeit per Umfrage herauszufinden, was sich die Deutschen von der Erderwärmung erhoffen. Gut 50 Prozent entschieden sich für die Antwort: "Mehr nackte Weiber." Als Frau könnte man nun kontern: "Kamele lieben ganz besonders den Treibhauseffekt. Durch die globale Erwärmung werden sich nämlich die Wüsten weiter ausdehnen."

Doch lassen wir die platten Witze mal beiseite. Selbst wenn sich die schlimmsten Klimaprognosen bewahrheiten, wird die Erde dadurch nicht untergehen. Große Klimaveränderungen hat es schon immer gegeben. Die Dinosaurier in der späten Kreidezeit vor 80 Millionen Jahren lebten in einem extremen Treibhausklima mit sehr viel höheren Temperaturen als heute. Damals war der Meeresspiegel aber auch rund 170 Meter höher als jetzt. Der Natur ist es immer gelungen, sich an die verändernden Bedingungen der Erde anzupassen - nur Dinosaurier gibt es heute nicht mehr.

Da sich die Kontinente seit der Kreidezeit verschoben haben, sind solch extreme Wasserstände heute nicht mehr zu erwarten. Taut das gesamte Grönlandeis ab, rechnen wir "nur" mit einem Meeresspiegelanstieg von sechs bis sieben Metern. Es soll Berliner geben, denen das gar nicht schnell genug gehen kann: "Ist doch klasse! Dann haben wir es nicht mehr so weit bis zu Ostsee." Neben dem Grönlandeis gibt es aber auch noch die antarktischen Eismassen. Wenn die durch die globale Erwärmung auch noch abtauen, wird es selbst für Berlin ungemütlich. Rund 70 Meter würden dann die Meeresspiegel ansteigen. Braunschweig wäre dann Küstenstadt. Da außer Berlin auch Bonn zu niedrig liegt, müssten wir uns eine ganz neue Hauptstadt suchen. Der Schlachtruf "Ohne Holland fahren wir zur WM!" hätte dann auch eine ganz neue Bedeutung. Spötter sollten künftig auch nicht immer über holländische Wohnwagen herziehen. Unsere armen Nachbarn trainieren doch nur für die Klimaerwärmung. Nicht einmal Bayern käme dann ungeschoren davon. Dort hießen dann alle Campingplätze "Campingplaatsen" und wären dauerhaft belegt. Zum Glück braucht das Abschmelzen aller Eismassen viele Jahrhunderte, sodass der großflächige Neubau von Wohnwagenstellplätzen in Süddeutschland noch etwas warten kann.

Skeptiker meinen jedoch immer noch, an der ganzen Klimahysterie sei überhaupt nichts dran. Bei vielen Laien löst das Zweifel aus, wer denn nun wirklich Recht habe. Den letzten wissenschaftlichen Beweis für die Richtigkeit der Klimatheorie kann man allerdings erst erbringen, wenn die Klimakatastrophe endgültig eingetreten ist. Dann wird sich zeigen, ob sich die Ostsee wirklich schon nach Berlin vorgearbeitet hat. Bis dahin einfach abzuwarten, ist aber vielleicht nicht wirklich die richtige Strategie.

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